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Auf den Spuren deutsch-deutscher Geschichte - entlang der Berliner Mauer
02.12.2013 15:14

Dereinst teilte sie nicht nur eine Stadt in zwei Hälften, sondern separierte die ganze Welt in unterschiedliche Blöcke. Auf ihren 3,60 Meter hohen Betonplatten befand sich die sichtbare Nahtstelle zwischen Ost und West und zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Hier standen sich die NATO und die Staaten des Warschauer Pakts säbelrasselnd gegenüber: Die Berliner Mauer. Als klaffende Wunde der deutschen Geschichte durchzog sie Berlin auf 160 Kilometern und fasste den gesamten Westteil der Millionenmetropole ein. Heute können Geschichtsinteressierte eine Radtour durch die einzigartige Historie der bundesdeutschen Hauptstadt unternehmen. Die spektakulärste Etappe des Radwegs führt auf 18 Kilometern mitten durch Berlin und tangiert alle Schauplätze der deutschen Zweistaatlichkeit.

Ein bewegender Moment auf dem Mauerradweg meint die Ankunft am legendären "Checkpoint Charlie". Die alte Grenzstation wurde originalgetreu erhalten und so haben Radfahrer tatsächlich das Gefühl, eine Zeitreise zu unternehmen. Direkt neben dem Schlagbaum lohnt ein Besuch des Mauermuseums. Seit 1963 hat man sich der Dokumentation der Berliner Teilung verschrieben. Nach dem Untergang der DDR wurde ein Mahnmal für die 1067 Opfer des SED-Regimes errichtet.

Vierzig Jahre lang galt das Brandenburger Tor als Symbol für die Zerrissenheit einer Nation; dieser Tage steht es Pate für die Einheit der Bundesrepublik. Die Quadriga blickt herab auf das Kanzleramt, die Straße Unter den Linden und das Reichstagsgebäude. Letzteres lag dereinst in Ost-Berlin und war die wohl berühmteste Weltkriegsruine Deutschlands. Es spricht für die Nehmerqualitäten Berlins, dass genau jenes Bauwerk nun als Regierungssitz zum Wahrzeichen avanciert ist. Von der gläsernen Kuppel aus genießt man einen tollen Rundblick über das Regierungsviertel.

Erreicht der Radweg den Stadtteil Friedrichshain, erblickt man das längste, noch erhaltene Stück des sogenannten "antifaschistischen Schutzwalls": Die East Side Gallery. Künstler aus aller Welt bemalten das 1316 Meter lange Mauerstück und machen es zur meistfotografierten Sehenswürdigkeit der Stadt. Weltberühmt ist der "Bruderkuss" zwischen Honecker und Breschnew.

 

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